Und was haben die Bürger von der Energiewende?

Die Energiewende kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie von der Bevölkerung mitgetragen wird. Und das hängt wesentlich davon ab, dass Energie für die privaten Verbraucher bezahlbar bleibt. Die Bürger können aber auch unmittelbar vom Umbau der Energieversorgung profitieren. So lassen sich viele beraten, wo sie zu Hause am meisten Energie einsparen können.

Wie viele Anlagen sind in Bürgerhand?

Anteile der installierten Leistungen erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung nach Eigentümergruppen

Wenn sie eine alte Heizungsanlage austauschen oder ihr Haus sanieren, nutzen sie dafür zinsgünstige Kredite und staatliche Fördergelder. Wenn sie eine neue Wohnung mieten möchten, bekommen sie automatisch Informationen über den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten. Und wenn sie eine neue Waschmaschine, einen Computer oder eine Lampe kaufen wollen, erkennen sie an einem Label, wie energieeffizient das jeweilige Produkt ist.
Auch im klassischen Energiegeschäft sind die Bürger aktiv. Strom und Wärme erzeugen nicht mehr nur kleine oder große Energieversorger, sondern die Bürger selbst. Sie besitzen Solaranlagen, beteiligen sich an Windparks oder betreiben Biogasanlagen. Von mehr als 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland sind viele auf den Dächern von Einfamilienhäusern installiert. An rund der Hälfte aller Windenergieanlagen Deutschlands sind Bürger finanziell beteiligt. Bei der Bioenergie stemmen Bauern nahezu die Hälfte aller Investitionen.

Wie können Bürger zu Hause von der Energiewende profitieren?

Auswahl an Möglichkeiten zu Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien am Beispiel eines Einfamilienhauses aus den 1970er-Jahren

Wer nicht die Möglichkeit hat, selbst eine Erneuerbaren-Anlage zu bauen oder alleine zu finanzieren, kann sich mit anderen zusammentun. So gibt es etwa knapp 900 Energiegenossenschaften mit über 160.000 Mitgliedern, die gemeinsam in Energiewende-Projekte investieren . Bürger können sich bereits mit Beträgen ab 100 Euro beteiligen.
Darüber hinaus können die Bürger auf vielfältige Weise bei der konkreten Gestaltung der Energiewende mitreden. Sie können ihre Bedenken und Wünsche äußern, wenn in ihrer Region zum Beispiel ein neuer Windpark geplant wird. Besonders intensiv ist ihre Beteiligung bei den geplanten Stromtrassen, die quer durch Deutschland große Mengen Strom transportieren sollen. Hier können sich die Bürger schon bei der Ermittlung des Netzausbaubedarfs einbringen und ihre Stellungnahmen abgeben. Auch alle weiteren Planungsschritte bis zur Entscheidung über den konkreten Trassenverlauf finden unter Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Zudem bekommen die Bürger schon vor Beginn der formellen Verfahren von der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern ausführliche Informationen zu den Leitungsprojekten. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Initiative „Bürgerdialog Stromnetz“. Sie ist mit Bürgerbüros und Dialogangeboten unmittelbar in den Regionen präsent, in denen Ausbauvorhaben geplant sind, und bietet feste Ansprechpartner für alle Belange rund um den Netzausbau. Durch diese frühzeitige Auseinandersetzung lassen sich Energieprojekte besser umsetzen und die Akzeptanz hierfür erhöhen.