Treibhausgase reduzieren

Klimaschutz und Energiewende bedingen sich wechselseitig. Gemeinsames Ziel ist es, die Folgen des Klimawandels für Menschen, Natur und Wirtschaft auf ein nachhaltiges Maß zu begrenzen. Nach Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) darf sich die Erde um höchstens 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen. Deshalb darf nur noch eine bestimmte Menge an Treibhausgasen in die Atmosphäre gelangen. Da sich bereits 65 Prozent dieser Menge in der Atmosphäre befinden, sind erhebliche globale und nationale Anstrengungen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes erforderlich.

Klimaziele und Fortschritte

Geplante und erreichte Reduktion von Treibhausgasen

Wo die Treibhausgase entstehen

Alle Angaben in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 2014

Kohlendioxid trägt am meisten zum Klimawandel bei. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Mehr als ein Drittel aller Treibhausgase in Deutschland und weltweit werden von Kraftwerken ausgestoßen. Die Umstellung auf klimaneutrale Ressourcen wie die erneuerbaren Energien ist deshalb zentrales Element des Klimaschutzes.
Deutschland hat sich bereits 1997 mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls verpflichtet, bis 2012 seine Treibhausgasemissionen um 21 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Seitdem gab es deutliche Fortschritte. 2014 lag der erreichte Rückgang schon bei 27,7 Prozent . Um eine Milliarde Euro zu erwirtschaften, verursachen die Unternehmen in Deutschland heute nur noch halb so viele Treibhausgase wie 1990.
Bis zum Jahr 2020 will Deutschland seine Bemühungen deutlich steigern und den nationalen Ausstoß von Treibhausgasen um mindestens 40 Prozent senken. Bis 2050 sollen die Emissionen sogar um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen. Diese nationalen Reduktionsziele sind eingebettet in die europäische und internationale Klimaschutzpolitik: Die EU-Staats- und Regierungschefs haben beschlossen, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. 195 Staaten weltweit haben im Dezember 2015 das Pariser Abkommen verabschiedet. Mit jeweils eigenen Klimaschutzzielen wollen sie die Erdwärmung im Laufe dieses Jahrhunderts auf deutlich unter 2 Grad begrenzen.

Wie Deutschland den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert hat

Alle Angaben in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten

Zentrales europäisches Klimaschutzinstrument ist der Emissionshandel, der eine feste Obergrenze für den gesamten Schadstoßausstoß aller Teilnehmer vorgibt. Er ist verpflichtend für alle großen Verursacher von Treibhausgasen und umfasst einen Großteil der CO2-Emissionen aus Energiewirtschaft und Industrie. Für jede Tonne Treibhausgas müssen die Unternehmen über Zertifikate in entsprechender Höhe verfügen. Reicht die Menge nicht aus, können sie Emissionszertifikate zukaufen oder in klimaschonende Technologien investieren. So werden CO2-Emissionen dort vermieden, wo es am günstigsten ist. Bis 2030 soll in allen vom Emissionshandel erfassten Branchen 43 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als im Vergleichsjahr 2005.
Damit Deutschland seine nationalen Reduktionsziele erreichen kann, hat die Bundesregierung das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und den „Klimaschutzplan 2050“ verabschiedet. Das Aktionsprogramm enthält verschiedene Maßnahmen zur Steigerung von Energieeffizienz und zu einer klimafreundlicheren Gestaltung von Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Im Klimaschutzplan sind langfristige CO2-Minderungsziele für die einzelnen Branchen wie Energiewirtschaft oder Industrie formuliert.