Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind neben der Energieeffizienz die Grundlage der Energiewende. Durch Erneuerbare wird ein sicherer, fairer und kostengünstiger Zugang zu Energie für alle Menschen möglich.

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Die Energiewende weltweit

Die Energiewende ist ein zentraler Bestandteil des Klimaschutzes. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gelten als Schlüssel zur Minderung der Treibhausgase, die den menschengemachten Klimawandel verursachen. Die Energiewende ist außerdem ein Innovationstreiber, der Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung in zukunftsträchtigen Branchen fördert. Gleichzeitig können wir mit ihr unabhängig von Öl und Gas werden.

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien wird von manchen Bürger*innen kritisch beäugt und hinterfragt: “Ist das nicht zu teuer? Was passiert mit den Menschen, die in der Kohleindustrie arbeiten? Was passiert mit Regionen ohne viel Sonne und Wind? Welche geopolitischen Auswirkungen hat die Energiewende und was bedeutet das für unsere Sicherheit?”

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, lohnt sich ein Perspektivwechsel!

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Erneuerbare Energien – entdecken Sie das Thema aus verschiedenen Perspektiven

Um die Energiewende erfolgreich umzusetzen und gemeinsame Lösungen zu gestalten, müssen wir die verschiedenen Interessen von Akteuren verstehen und in Einklang bringen. Lernen Sie die Blickwinkel kennen. 

Wählen Sie eine Perspektive und wechseln Sie dann zwischen den verschiedenen Einträgen.

  • Wie verändert die Energiewende unser Städte- und Landschaftsbild?

    Die uns über jahrzehntelang bekannten Städte- und Landschaftsbilder verändern sich. (Kohle-)Kraftwerke verschwinden und mit ihnen eine umfassende Infrastruktur.

    Dagegen entstehen riesige Windparks, Photovoltaik-Anlagen und Stromstraßen, die das bisherige Landschaftsbild verändern. Nicht allen Bürger*innen gefällt das.

    Auch die Beziehung zwischen Stromproduzent*innen und Konsument*innen verändert sich schon heute: Mit privaten Mini-Photovoltaikanlagen auf dem Dach konsumieren Haushalte Strom nicht mehr ausschließlich, sondern produzieren ihn auch selbst. In einigen Städten werden bereits genossenschaftliche Windkraftanlagen umgesetzt. So können Kommunen sich selbst versorgen und sind nicht auf das nationale Stromnetz angewiesen. Der Stromverbrauch wird so nicht nur nachhaltiger und günstiger, die Stromerzeugung wird auch dezentraler. Überschüssiger Strom kann zusätzlich ins nationale Stromnetz eingespeist werden. Gleichzeitig lassen sich auch abgelegene Ortschaften elektrifizieren, die zuvor nicht am nationalen Stromnetz angebunden waren.

  • Wie verändert die Energiewende das gesellschaftliche Leben weltweit?

    Der Ausbau erneuerbarer Energien sichert die Energieinfrastruktur in Industrieländern ab und verbessert den Zugang zu Strom in abgelegeneren Weltregionen.

    Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Holz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen. Dieser Mangel wirkt sich dramatisch auf die Lebensqualität, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Einkommensmöglichkeiten der Betroffenen aus.

    Die Energiewende schafft: bessere Gesundheit!

    Wenn statt mit Holz oder Holzkohle mit Strom gekocht und geheizt wird, sind die Familien keinen gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt. Eine sichere Stromversorgung stellt darüber hinaus eine funktionierende medizinische Versorgung sicher.

    Die Energiewende schafft: mehr Einkommen!

    Familien können ihr Einkommen steigern, wenn Frauen weniger Zeit für den Haushalt brauchen, weil sie beispielsweise nicht mehr Brennholz zusammentragen müssen.

    Die Energiewende schafft: Mehr Gleichberechtigung! Die Gleichberechtigung steigt, wenn sich Frauen stärker am Erwerbsleben beteiligen können. Frauen können gleichzeitig auch eine wichtige Rolle spielen, die Akzeptanz für saubere Energie zu erhöhen.

    Die Energiewende schafft: Mehr Bildung!

    Das Bildungsniveau steigt, wenn Kinder und Erwachsene abends dank elektrischem Licht lernen können.

    Die Energiewende schafft: Mehr Chancen!

    Ländliche Regionen können sich entwickeln, ohne vollständig von den Städten abgehängt zu werden.

    „Wie stärkt die Energiewende die Gleichberechtigung der Geschlechter?”. Besuchen Sie unsere Ausstellungen und lesen Sie über die Solar Sisters in Nigeria.

  • Wie kann ich als Bürger*in zur Energiewende beitragen?

    Durch die Erzeugung und Verwendung von Erneuerbaren wird die Energieindustrie diversifiziert, dezentralisiert und demokratisiert.

    Auf lokaler Ebene gibt es immer mehr Genossenschaften und andere Zusammenschlüsse von Bürger*innen, die eigenen Projekte für erneuerbare Energien umsetzen. Beispielsweise indem sie Photovoltaikanlagen auf die Dächer ihrer Häuser bauen. Die durch diese Anlagen gewonnene Energie wird direkt an die Menschen geliefert, die in diesem Haus wohnen. Der Ökostrom ist dabei günstiger als der Strom, der vom zentralen Stromnetz bezogen wird, da die Anwohner*innen gut ein Drittel ihres Stromverbrauchs vom eigenen Dach beziehen.

    Durch das Engagement von Einzelakteur*innen oder Zusammenschlüssen von Bürger*innen verändert sich der Strommarkt. So kann jede*r selbst ökologischen und günstigen Strom produzieren sowie nutzen und damit zum einen etwas für das Klima tun und zum anderen mich weniger abhängig machen vom nationalen Stromnetz. Mein Handeln wirkt auch weit in den Strommarkt hinein. Auf eine Änderung des Nachfrageverhaltens muss die Angebotsseite reagieren: Große Stromanbieter*innen müssen sich langfristig den Prozess der Energiewende anpassen.

  • Wie geht es weiter mit der Energiewende?

    Für das Gelingen der Energiewende braucht es die Akzeptanz der Bürger*innen für den Ausbau von erneuerbaren Energien.

    Das bedeutet auch eine Umstrukturierung von Arbeitsplätzen, eine Anpassung der Skillsets der Arbeitnehmer*innen und eine Offenheit für sich verändernde Städte- und Landschaftsbilder.

    Auf der anderen Seite müssen betroffene Bürger*innen beim Aus- und Umbau der Stromnetze vor Ort miteinbezogen werden. Sie müssen mitgestalten und auch finanziell profitieren können.

    Darüber hinaus ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Rohstoffen auch weiterhin wichtig: Hier geht es u.a. um die Arbeitsbedingungen und Umweltbelastungen bei dem Abbau der Rohstoffe und um eine faire Gewinnbeteiligung aller Parteien. Das heißt konkret: Regionen mit Rohstoffreichtum müssen gleichermaßen profitieren wie solche Unternehmen, die diese Rohstoffe weiterverarbeiten. Gegen die Umweltverschmutzung in Regionen, die vom Rohstoffabbau betroffen sind, muss angegangen werden, um Menschenrechte und die Umwelt zu schützen.

    Wir haben Ihr Interesse geweckt? Besuchen Sie unsere Ausstellung und lesen Sie über regionale Beispiele aus Europa, Nord- und Südamerika und Afrika.

    • Welche Ziele hat sich die internationale Staatengemeinschaft für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt?

      Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die internationale Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf weit unter 2°C zu beschränken und die Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 % zu reduzieren.

      Darüber hinaus verpflichteten sich die einzelnen Mitgliedsstaaten zu nationalen Zielen, um das übergeordnete Ziel gemeinsam zu erreichen. Der Umbau der Energieversorgung spielt dabei eine wichtige Rolle.

      Die nationalen Ziele der Bundesrepublik Deutschland zum Beispiel sind folgende:

      Klimaneutralität bis 2050 erreichen und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 55-56 % bis 2030 im Vergleich zu den Werten von 1990.

      Um diese Ziele zu erreichen, will Deutschland den Anteil der erneuerbaren Energien erhöhen. 2019 machte der Anteil an Erneuerbaren im Stromsektor bereits 42,1 % aus, im Wärmesektor 14,7 % und im Verkehrssektor 5,5 %.

      Für den Stromsektor sieht Deutschland einen dreistufigen Ausbau von erneuerbaren Energien vor:

      • 40-45 % bis 2025
      • 55-60 % bis 2035 und
      • Mindestens 80 % bis 2050.
    • Wie kann die Politik den großflächigen Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglichen?

      Um den Ausbau der Erneuerbaren zu fördern, gibt die Politik bestimmte Regeln vor und setzt Anreize für Unternehmen, Forscher*innen und Bürger*innen.

      Für den Ausbau der benötigen Infrastruktur der Erneuerbaren-Industrien fallen hohe Kosten an, die bei der Stromerzeugung von fossilen Brennstoffen nur noch marginal als Fixkosten ins Gewicht fallen. Ohne Subvention wäre grüner Strom im Verkaufspreis heute noch teurer als herkömmlicher Strom. Obwohl Strom aus erneuerbaren Energien in der Zukunft die günstigste Energieform sein wird, erschweren diese hohen Startkosten den Zugang zum Markt. Die Politik kann das durch Subventionen beeinflussen, sodass die Verbraucher*innen einen Anreiz haben den grünen Strom zu beziehen. Sind solche Subventionen gleichzeitig mit rechtlichen Garantien für die Produzent*innen gekoppelt, beeinflusst das auch die Angebotsseite.

      Ein Beispiel aus Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Das Gesetz regelt die bevorzugte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und eine feste Vergütung dieses Stroms für seine Erzeuger*innen. Eine Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) gleicht Differenzen aus, die den Übertragungsnetzbetreiber*innen beim Handel dieses Stroms entstehen.

      Das EEG wurde weltweit rund 100 Mal kopiert und hat auch viele andere Länder bei ihrer Energiewende unterstützt. Als Klimaschutzgesetz ist es also ein richtiger Exportschlager. Dank des Gesetzes in Deutschland und der weltweiten Kopie konnte die Solarenergie weltweit an Fahrt gewinnen. Das Gesetz mobilisierte erforderliche Investitionen, Innovationen und Skaleneffekte. Dadurch wurde aus einer anfangs teuren Technik, innerhalb von zwei Jahrzehnten, die preiswerteste, beliebteste und rund um den Globus am schnellsten ausgebaute Stromquelle. Seit Inkrafttreten des EEG sind die Preise schlüsselfertiger Solarstromanlagen um 80 bis 90 Prozent gesunken.

    • Wie garantiert die Politik die Stromversorgung während der Energiewende?

      In Ländern, in denen es im Jahresverlauf Zeiten gibt, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht, sogenannte „Dunkelflauten“, können zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke und Bioenergieanlagen schnell Strom liefern.

      Mittel- bis langfristig sollen solche Zeiten auch durch Speicher, zum Beispiel Wasserstoffspeicher, überbrückt werden. Die Politik kann hier die notwendige Forschung unterstützen oder die Rahmenbedingungen schaffen, dass sich solche Technologien wirtschaftlich lohnen.

      Die große Aufgabe ist es, den Strommarkt neu zu organisieren. Alle Akteure am Strommarkt müssen möglichst gut auf die schwankende Stromerzeugung von Wind und Sonne reagieren. Gleichzeitig benötigen die Netze Wettbewerb zwischen den verschiedenen Ausgleichsmöglichkeiten, um die Gesamtkosten niedrig zu halten. Durch das Zusammenwachsen von bislang getrennten regionalen Strommärkten in Europa und einem grenzüberschreitende Netzausbau werden Stabilität und Flexibilität von Stromnetzen gesichert.

    • Was bedeutet der Ausbau der erneuerbaren Energien für die Internationale Zusammenarbeit?

      Für eine sichere und kostengünstige Versorgung mit erneuerbaren Energien müssen Staaten grenzüberschreitend zusammenarbeiten.

      Regierungen und Parlamente schließen internationale Vereinbarungen, die zum Beispiel die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Übertragungsnetzbetreiber*innen oder nationalen Regulierungsbehörden regeln. Internationale Handelspolitik kann zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien beitragen. Standards zur Umsetzung umwelt- und klimabezogener Ziele sind besonders effektiv, wenn sie international gelten. Der Aufbau einer gemeinsamen Infrastruktur für eine intelligente Nutzung erneuerbarer Ressourcen ist ein ebenso wichtiger Aspekt.

      Viele Kriege und Konflikte der Vergangenheit drehten sich um Öl. Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien verändern sich Machtstrukturen: Monopole auf Energieträger lösen sich auf; die Energiegewinnung wird dezentraler. Mit diesen Veränderungen können Regierungen und Parlamente im gemeinsamen Dialog umgehen und Konflikte vorbeugen.

      Zu all diesen Aspekten im Dialog zu bleiben, ist eine wichtige Aufgabe der Politik.

      • Energie ist das Herzstück jeder Wirtschaft. Wie viel Energie verbrauchen wir überhaupt?

        Energie ist das Fundament der globalen Wirtschaft. Der weltweite Energieverbrauch liegt bei 1,6 Terajoule pro Tag.

        Das entspricht 3.000 Mal der Menge an Energie, die ein großes Atomkraftwerk jeden Tag produziert. Alternativ könnte ein Elektroauto mit dieser Energiemenge 69 Mal auf dem Äquator um die Welt fahren.

        Obwohl wir immer effizienter mit Energie umgehen, könnte der Energieverbrauch in den nächsten 30 Jahren auf täglich 1,8 Terrajoule steigen.

        Fossile Energieträger sind im Vergleich zu erneuerbaren immer weniger wettbewerbsfähig.

        Sogar im sonnenarmen Deutschland kann Strom aus Photovoltaik-Freiflächen bereits ab 3,7 Eurocent pro Kilowattstunde bezogen werden. Strom aus Braunkohle kostet im Vergleich mindestens 4,6 Eurocent pro Kilowattstunde.

      • Wie verändern sich die Arbeitsplätze durch die Energiewende?

        Die Erneuerbaren-Wirtschaft ist inzwischen wichtiger Innovationstreiber und führend in der Energiebranche.

        Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und Investitionen in Energieeffizienz verändern sich Berufsbilder und neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen entstehen.

        Schon heute gibt es mehr als 11 Millionen Jobs weltweit in der Erneuerbaren-Wirtschaft (2019). Bis 2050 könnten es sogar 42 Millionen Jobs sein.

        Unternehmen im Energiesektor brauchen Mitarbeiter*innen mit ganz neuen Qualifikationen. Diese neuen Arbeitsplätze lösen zum Teil Jobs in der fossilen Energiebranche ab. Hinzu kommen strukturelle Veränderungen. So erhöht beispielsweise die Öffnung der Energiemärkte in Europa den Wettbewerb und das verlangt von den Unternehmen mehr Effizienz. All diese Faktoren zusammen führen auch zu einer Anpassung der Arbeitsplätze. Die Beschäftigtenzahl in Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft geht deshalb vielerorts zurück, während der Anteil der Beschäftigten in der erneuerbaren Energiewirtschaft steigt.

        Auch die Investitionen in erneuerbare Energien steigen: Im Jahr 2018 waren sie doppelt so hoch wie Investitionen in die Kohle- und Gasindustrie. Die Erneuerbaren-Branche spielt also immer mehr eine zentrale Rolle im weltweiten Wirtschaftssystem.

      • Von Energieversorger*in zu Energiedienstleister*in. Wie verändern sich Geschäftsmodelle durch die Energiewende?

        Die Energiewende verändert auch die Geschäftsmodelle von Unternehmen. Die Energieversorger*innen werden von Energielieferant*innen zu Energiedienstleister*innen.

        Das hängt auch mit den veränderten Anforderungen an das Stromnetz zusammen. Ursprünglich war es nur für die Feinverteilung des Stroms zu den Verbraucher*innen gedacht. Es funktionierte wie eine Einbahnstraße. Heute speisen fast alle Solaranlagen und viele Windturbinen ihren Strom in das Verteilnetz ein. Was vor Ort nicht gebraucht wird, fließt in die Gegenrichtung. Außerdem schwankt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien witterungsbedingt. Bei Sonnenschein erzeugen Solaranlagen viel Strom, bei Bewölkung sinkt ihre Leistung schnell ab. Damit die Verteilnetze auch bei unsteter Produktion stabil bleiben, müssen sie zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden. In einem solchen „Smart Grid“ kommunizieren alle Akteure miteinander: von der Erzeugung über den Transport, die Speicherung und die Verteilung bis hin zu den Endverbraucher*innen. Stromerzeugung und -verbrauch lassen sich so besser aufeinander abstimmen und kurzfristig anpassen. Daher sind Energiedienstleister*innen nun auch für Energiespeicherung, Energie- und Datenmanagement, und vieles mehr zuständig.

        Und es gibt mehr Akteure auf dem Markt: Energieerzeuger*innen, Dienstleister*innen und Beratungsunternehmen – aber auch Privatpersonen oder Kommunen beteiligen sich inzwischen an der Energiewende. Es gibt private Erzeugergemeinschaften oder auch Städte sowie Unternehmen – die ihre Energie selbst produzieren – so wird die Energiewende auch immer demokratischer.

      • Wie wird die Erneuerbare-Industrie in der Zukunft aussehen?

        Digitale Technologien machen die Energiewirtschaft zukunftsfähig.

        Mit Hilfe von intelligenten digitalen Technologien können Prognosen zur Verfügbarkeit erneuerbarer Energien aufgestellt werden, sie sind die Grundlage für Stabilität und Flexibilität des Stromnetzes. Digitale Technologien helfen außerdem, Wartungsprozesse in Kraftwerken zu optimieren. Mit dem Internet verbundene Sensoren machen es zum Beispiel möglich, Schäden oder Verbesserungsmöglichkeiten bei der Energiegewinnung automatisch zu erkennen.

        Große Energieunternehmen gestalten den Energiesektor heute auch nicht mehr allein. Neue, digitale Geschäftsmodelle entstehen. Globale Digitalunternehmen und Start-ups bringen vor allem kleine Erzeuger*innen und Verbraucher*innen zusammen.

        Aber auch darüber hinaus verändert sich die Erneuerbaren-Branche kontinuierlich. Ein paar Beispiele:

        • Japanische Unternehmen sind weltweit führend bei Brennstoffzellen – dem „Motor“ von Wasserstoff-Fahrzeugen. Der größte japanische Automobilhersteller hat heute einen weltweiten Marktanteil von 76 % im Bereich Wasserstoff-Mobilität.
        • Chinesische Firmen sind die Nummer 1 auf dem weltweiten Photovoltaikmarkt. China subventionierte die Solarindustrie im Jahr 2019 mit 370 Mio. Euro. Der Marktanteil chinesischer Hersteller liegt heute bei 70 %. Die einst führenden japanischen und europäischen Unternehmen erreichen heute zusammen nicht einmal mehr einen Marktanteil von 10 %.
        • In Ländern wie Kenia und Tansania gewinnen nutzungsbasierte Bezahlmodelle, sogenannte Pay-As-You-Go (PAYG)-Modelle an Bedeutung für den Kauf von Kleinst-PV-Anlagen und Solar-Home-Systeme: Ein Solar-Home-System, bestehend aus Solarmodul auf dem Dach, Batterie und Lampe, kann eine vier- bis fünfköpfige Familie mit elektrischem Licht versorgen.

        Wie geht es weiter?

        Umwelttechnologien erleben einen Boom und ihr Marktvolumen wächst stetig weiter – heute und in Zukunft, vor allem in diesen Bereichen: Umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft.

        • Welche Rolle spielt die Wissenschaft für die Energiewende?

          Wissenschaft und Forschung bringen die Energiewende weltweit voran.

          Verschiedene Disziplinen beantworten naturwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche und soziologische Fragestellungen.

          Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klimawandel und Erderwärmung bieten die Grundlage für Politik und Gesellschaft, um Probleme zu erkennen. Wissenschaftliche Forschung zeigt auf, wie sich die Umstellung der Energieversorgung auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken kann.

          Fakten, Analysen und Prognosen liefern die Grundlage für politische Entscheidungen. Lösungsvorschläge der Wissenschaft helfen dabei, negative soziale Entwicklungen zu vermeiden – zum Beispiel beim Strukturwandel in Kohlerevieren. Sie helfen auch, neue Technologien zu entwickeln, mit denen erneuerbare Energien effizient genutzt werden können.

          Wind- und Solarkraft sind technologisch ausgereift, verlässlich und preisgünstig. Zahlreiche Forscher*innen arbeiten – auch im Rahmen internationaler Think Tanks – daran, dass erneuerbare Energien noch günstiger werden. Vor allem geht es darum, die Wirkungsgrade zu steigern und den Flächenverbrauch zu reduzieren.

        • Wie trägt die Wissenschaft zur Akzeptanz der Energiewende bei?

          Die Energiewende muss von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen werden.

          Grundlage hierfür sind Ergebnisse gesellschaftswissenschaftlicher Forschung.

          Forschungsprojekte untersuchen, auf welche Weise die Anliegen der Menschen im Energiewendeprozess besser berücksichtigt werden können. Akzeptanzforschung untersucht beispielsweise Zielkonflikte zwischen Naturschutz oder Tourismus und einer nachhaltigen Energieversorgung. Sie hören Bürger*innen an, sprechen mit Politiker*innen und der Wirtschaft und versuchen eine neutrale Entscheidungsgrundlage zu liefern.

          Die Energieforschung hat die Voraussetzungen geschaffen, um die Energiesysteme erfolgreich umzubauen. Angewandte Forschung hat dazu geführt, dass erneuerbare Energien immer günstiger produziert werden und sich dadurch deutlich schneller verbreiten können und die Akzeptanz steigt.

        • Wasserstoff wird als unverzichtbares Element für die globale Energiewende gehandelt. Was macht den durchsichtigen Energieträger so einzigartig?

          Erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenenergie sind nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit gleichermaßen vorhanden.

          Gleichzeitig wird nicht immer dort die erneuerbare Energie benötigt, wo sie produziert wird. Ein wichtiger Baustein der Energiewende sind daher Speicherlösungen.

          Hier kommt neben Pumpspeicherkraftwerken und Batterien besonders der Wasserstoff ins Spiel.

          Erneuerbare Energie kann in Wasserstoff direkt gespeichert und somit transportiert werden. Auf der Erdoberfläche ist Wasserstoff das dritthäufigste Element und nicht nur in Wasser, sondern in allen organischen Substanzen enthalten. Wird Wasserstoff verbrannt entstehen lediglich Wärme und Wasser. In einem Kilogramm Wasserstoff steckt dabei dreimal so viel Energie wie in einem Kilogramm Erdöl.

          Die Entwicklungen rund um diesen neuen Energieträger laufen auf Hochtouren. Schon heute finden sich Nischen, beispielsweise in der stationären oder mobilen Anwendung, in denen Wasserstoffenergie zum Einsatz kommt.

          Bisher geht jedoch bei der Umwandlung von Strom noch zu viel Energie verloren, sodass sich Wasserstoff nur begrenzt als Energiespeicher eignet. Internationale Teams aus Forscher*innen arbeiten weltweit daran, den niedrigen Wirkungsgrad deutlich zu erhöhen, damit sich der Einsatz von Wasserstoff lohnt.

        • Welche Entwicklungen zu „grünen Technologien“ können wir in der Zukunft von der Wissenschaft erwarten?

          Internationale Forschungsförderung schafft Anreize für gemeinsame europäische und internationale Projekte.

          Wie weit bestehende Technologien noch optimiert werden können oder völlig neue Technologien für Innovationssprünge sorgen, lässt sich kaum vorhersagen. Deshalb ist es wichtig, technologieoffen und unvoreingenommen entlang der gesamten Technologiekette zu forschen – von den Grundlagen- über die anwendungsnahe Forschung bis zur Markteinführung und kommerziellen Nutzung.

          Weltweit forschen Wissenschaftler*innen zum Beispiel an Lösungen für intelligente Stromnetze, um die Schwankungen bei der Einspeisung dezentral gewonnener erneuerbarer Energien optimal auszugleichen. Im EU-Forschungsprojekt „Promotion: Windparks in der Nordsee europaweit verbinden“, arbeiten Forscher*innen aus 11 europäischen Ländern. Sie analysieren die positiven Effekte einer gemeinsamen Offshore-Stromnetzinfrastruktur. Untersucht wird, ob und wie ein gemeinsames Offshore-Stromnetz den europäischen Strommarkt in finanzieller, technischer und umwelttechnischer Hinsicht stärken würde.

          Das ist nur ein Beispiel für gelungene grenzüberschreitende Forschungszusammenarbeit.

          Die Energiewende schreitet unaufhaltsam voran. 

          Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Endenergieverbrauch lag im Jahr 2018 bei 17,9 Prozent.

          Besonders bei der Stromerzeugung steigt der Anteil des Stroms, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, unaufhaltsam. Im Jahr 2019 stieg der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten globalen Stromerzeugung auf 27 % an. Dieser Anteil teilt sich auf in 58 % Wasserkraft, gefolgt von 22 % Windkraft, 10 % Photovoltaik und 8 % Bioenergie. Am höchsten ist der Anteil von erneuerbaren Energien am Strommix (inkl. Wasserkraft) aktuell in China, den USA, Brasilien, Indien und Deutschland. Aber auch in Ländern wie z.B. Argentinien, Australien, Israel, Mexiko, der Türkei und Vietnam wächst der Anteil der installierten Kapazität aus erneuerbaren Energien sehr.

          In der Industrie, im Verkehr oder bei Gebäuden ist der Anteil der erneuerbaren Energien noch vergleichsweise niedrig. Auch hier gibt es jedoch Fortschritte.

          Das Potenzial der erneuerbaren Energien ist enorm.

          Nicht nur können wir so mit klimafreundlicher Energie versorgt werden und das Klima schützen, auch sorgen sie für eine bessere Luftqualität und somit für die Gesundheit der Menschen.

          Weltweit erhalten zudem immer mehr Menschen Zugang zu Strom – vor allem auch durch erneuerbare Lösungen. Trotzdem haben weiterhin 860 Millionen Menschen, besonders in Subsahara-Afrika, keinen Zugang zu Elektrizität. Für diese Länder sowie Regionen in Südasien, Süd- und Mittelamerika spielen dezentrale Systeme, die komplett ohne Netzanschluss funktionieren, wie zum Beispiel Mini-Solaranlagen, eine wichtige Rolle.

          Um unser Energiesystem nachhaltig und erfolgreich umzubauen, sind die Anpassung des Verbrauchs, eine effiziente Nutzung der vorhandenen Energie, ein passendes Marktdesign und Speichermöglichkeiten entscheidend. Der Umbau der Energieversorgung ist komplex und hängt stark von den lokalen Gegebenheiten, wie zum Beispiel der Verfügbarkeit von Sonne, Wind und Wasser, ab. Daher gibt es nicht die eine Lösung. Regionen und Länder können jedoch viel von den Erfahrungen der Anderen lernen und gemeinsam daran arbeiten, den Umbau der Energieversorgung weltweit voranzubringen. Denn um eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung zu schaffen, benötigen wir gemeinsame Lösungen.

          "Ziel 7 für nachhaltige Entwicklung (UN SDGs): Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern"

          Media Library

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          Power System Flexibility in Jingjinji and Germany CN
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          Power System Flexibility in Jingjinji and Germany
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          2019 China Renewable Energy Outlook - Summary CN
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          The Geopolitics of the Energy Transition: A New World
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          The Geopolitics of Decarbonisation
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          Renewable Energy - A gender perspective
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          Beyond the Green Deal: Upgrading the EUs Energy Diplomacy for a New Era
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          Delphi Energy Future 2040: On the Future of Energy Systems
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          German National Hydrogen Strategy
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          Global Renewables Outlook 2020
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          Minerals for Climate Action: The Mineral Intensity of a Clean Energy Transition